Boutens-Hofmannsthal
 Hugo von Hofmannsthal 1 februari 1874 – 15 juli 1929 Hier met componist Richard Strauss R

 DOODENMASKER
VOOR HUGO VON HOFMANNSTHAL

P.C. Boutens

Voor welke ontmoeting staat in 'teind gebouwd
Dit weidsch en wonderbaar beperkt tooneel
Dat onze jeugd al niet bevatten kon,
Den jong-opstandigen verbannen god
Die zong zijn heimwee tot zoo hellen schal
Of ieder oogenblik de starre wand
Moest storten als een vlamverteerd gordijn
Voor zijn verscharnelde geheimenis? ...
En later toen bestorven onrust zich
In eigen ziel als maatloozer plankier
Vereffende, waar allengs toegang won

Dit ongerijpt geslacht in travestie
Van andere eeuwen wijs en schoon getucht? ...
Nog altijd wachten wij. Eén ding staat vast:
Dit wilde spel, dit dcellooze vertier,
Deze in zichzelf teruggeslangde jacht
Die niets behaalt dan duizlender versnelling,
Wat mag het anders zijn dan de achtergrond
Van
't wonder dat wij beiden? . . Werd onze aandacht
Niet tot beminde grondelooze ontroering,
Het zwijgen dat het onverschillig woord
In zijne naaktheid kleedt tot onzen knecht;
De eerlijke stilte rond ons overleg
Met dit klein leven waar ons hart opspringt
Tot daad of groet waarvan wij zelfs niet weten
Of het een welkom of een afscheid is,
En met den dood die werd ons dus vertrouwd
Dat hij ons als sluipmoorder overvalt? ...
En wat blijft mij van u uit deze onze eerste
En laatste ontmoeting als uw zuiverst beeld? ...
Ik zag in
't hart van uw verscheurde land
Een zomers bloeiend overschaduwd dal
Met schemerglimpen als verloren oogen
Waar zonlicht danste op weggesloten meer,
En allerwegen praatten stemmen aan
Van blinde waatren tot een wijd gemurmel
Van goddelijke wanhoop, ingehouden
Verdicht tot uit zijn duistere genà
Wat klare flonkerdroppels parelden.

Boutens-Hofmannsthal  Boutens-Hofmannsthal 
Boutens-Hofmannsthal   
 Hugo von Hofmannsthal 1 februari 1874 – 15 juli 1929

Hugo von Hofmannsthal 1 februari 1874 – 15 juli 1929
De Oostenrijkse dichter en schrijver Hugo von Hofmannsthal werd geboren op 1 februari 1874 in Wenen. Von Hofmannsthal was de zoon van een bankdirecteur in Wenen. Tijdens zijn jeugd kreeg hij privéles als voorbereiding op het Akademisches Gymnasium van Wenen, dat hij tussen 1884 en 1892 bezocht. Hij leerde er onder andere Frans, Engels en Italiaans. Hij ontmoette Arthur Schnitzler in 1890, en in 1891 Stefan George en Henrik Ibsen. Reeds als scholier publiceerde hij gedichten, wat toentertijd verboden was; deswege gebruikte hij het pseudoniem Loris. Hij oogstte zeer snel succes en werd op zijn zeventiende in de schrijverskring van Griensteidl opgenomen; daarmee werd hij een van de vertegenwoordigers van het zogenaamde Jonge Wenen. hij publiceerde tevens in Georges Blätter für die Kunst. Met George had hij een ambigue relatie — in feite heeft hij George afgewezen —, en hij werd door hem tot een duel uitgedaagd, dat evenwel nooit plaatsgreep. In zijn vroege periode was Hofmannsthal nog, zoals George, een estheticist, die niets dan de schoonheid en de harmonie wenste te cultiveren, zonder zich om de maatschappij te bekommeren. Von Hofmannsthal was sterk aangedaan door het verval van de Habsburgse monarchie. Tijdens WO I kreeg hij van het Ministerie van Cultuur de opdracht voor cultuur te zorgen: het resultaat was de oprichting van de Salzburger Festspiele, samen met Max Reinhardt en Richard Strauss. Met Strauss werkte hij in de daaropvolgende jaren nog vaker samen: hij leverde libretti voor onder andere Der Rosenkavalier en Ariadne auf Naxos. Hofmannsthal begon ook komedies te schrijven en oefende geleidelijk aan een steeds sterkere invloed uit op het Oostenrijkse culturele leven. Hij bewerkte, zoals Grillparzer, La vida es sueño van Calderón de la Barca: dit werd bij hem Das Salzburger Große Welttheater. Op deze manier speelde hij in op de gevestigde traditie van het Baroktheater, dat in Oostenrijk nog levendig was. Ook zijn bewerking van het middeleeuwse Jedermann is een klassieker geworden.

Die beiden

Hugo von Hofmannsthal

Sie trug den Becher in der Hand
- Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand -,
So leicht und sicher war ihr Gang,
Kein Tropfen aus dem Becher sprang.
So leicht und fest war seine Hand:
Er ritt auf einem jungen Pferde,
Und mit nachlässiger Gebärde
Erzwang er, daß es zitternd stand.
Jedoch, wenn er aus ihrer Hand
Den leichten Becher nehmen sollte,
So war es beiden allzu schwer:
Denn beide bebten sie so sehr,
Daß keine Hand die andre fand
Und dunkler Wein am Boden rollte.

 


Ballade des äußeren Lebens

Hugo von Hofmannsthal

Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen,
die von nichts wissen, wachsen auf und sterben,
und alle Menschen gehen ihre Wege.

Und süße Früchte werden aus den herben
und fallen nachts wie tote Vögel nieder
und liegen wenig Tage und verderben.

Und immer weht der Wind, und immer wieder
vernehmen wir und reden viele Worte
und spüren Lust und Müdigkeit der Glieder.

Und Straßen laufen durch das Gras, und Orte
sind da und dort, voll Fackeln, Bäumen, Teichen,
und drohende, und totenhaft verdorrte...

Wozu sind diese aufgebaut? Und gleichen
einander nie ? Und sind unzählig viele ?
Was wechselt Lachen, Weinen und Erbleichen?

Was frommt das alles uns und diese Spiele,
die wir doch groß und ewig einsam sind
und wandernd nimmer suchen irgend Ziele?

Was frommt's, dergleichen viel gesehen haben?
Und dennoch sagt der viel, der "Abend sagt,
ein Wort, daraus Tiefsinn und Trauer rinnt

wie schwerer Honig aus den hohlen Waben.

Über Vergänglichkeit I


Hugo von Hofmannsthal


Noch spür ich ihren Atem auf den Wangen:
Wie kann das sein, dass diese nahen Tage
Fort sind, für immer fort, und ganz vergangen?

Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt,
Und viel zu grauenvoll, als dass man klage:
Dass alles gleitet und vorüberrinnt.

Und dass mein eignes Ich, durch nichts gehemmt,
Herüberglitt aus einem kleinen Kind
Mir wie ein Hund unheimlich stumm und fremd.

Dann: dass ich auch vor hundert Jahren war
Und meine Ahnen, die im Totenhemd,
Mit mir verwandt sind wie mein eignes Haar,

So eins mit mir als wie mein eignes Haar.


Winterliche Miniatur

Hugo von Hofmannsthal


Übers Dezembergrün der Hügel
eine Pappel sich streckt wie ein Monument.
Krähen schreiben mit trägem Flügel
eine Schrift in den Himmel, die keiner kennt
In der feuchten Luft gibt es Laute und Zeichen:
Die Hochspannung klirrt wie Grillengezirp,
die Pilze am Waldrand zu Gallert erbleichen,
ein Drosselnest im Strauchwerk verdirbt,
der Acker liegt in geschwungenen Zeilen,
das Eis auf den Pfützen zeigt blitzend den Riß.
Wolken, schwanger von Schnee, verweilen
überm Alphabete der Bitternis.



Timetable

Hugo von Hofmannsthal

Diese Flugzeuge
Zwischen Boston und Düsseldorf.
Entscheidungen aussprechen
ist Sache der Nilpferde.
Ich ziehe vor, Salatblätter auf ein
Sandwich zu legen und
unrecht zu behalten.


Wo ich wohne

Hugo von Hofmannsthal

Als ich das Fenster öffnete,
schwammen Fische ins Zimmer,
Heringe. Es schien
eben ein Schwarm vorüberzuziehen.
Auch zwischen den Birnbäumen spielten sie.
Die meisten aber
hielten sich noch im Wald,
über den Schonungen und den Kiesgruben.

Sie sind lästig. Lästiger aber sind noch die Matrosen
(auch höhere Ränge, Steuerleute, Kapitäne),
die vielfach ans offene Fenster kommen
und um Feuer bitten für ihren schlechten Tabak.

Ich will ausziehen.


Lebenslied

Hugo von Hofmannsthal

Den Erben laß verschwenden
An Adler, Lamm und Pfau
Das Salböl aus den Händen
Der toten alten Frau!
Die Toten, die entgleiten,
Die Wipfel in dem Weiten
Ihm sind sie wie das Schreiten
Der Tänzerinnen wert!

Er geht wie den kein Walten
Vom Rücken her bedroht.
Er lächelt, wenn die Falten
Des Lebens flüstern: Tod!
Ihm bietet jede Stelle
Geheimnisvoll die Schwelle;
Es gibt sich jeder Welle
Der Heimatlose hin.

Der Schwarm von wilden Bienen
Nimmt seine Seele mit;
Das Singen von Delphinen
Beflügelt seinen Schritt:
Ihn tragen alle Erden
Mit mächtigen Gebärden.
Der Flüsse Dunkelwerden
Begrenzt den Hirtentag!

Das Salböl aus den Händen
Der toten alten Frau
Laß lächelnd ihn verschwenden
An Adler, Lamm und Pfau:
Er lächelt der Gefährten. –
Die schwebend unbeschwerten
Abgründe und die Gärten
Des Lebens tragen ihn.


Weltgeheimnis

Hugo von Hofmannsthal


Der tiefe Brunnen weiß es wohl,
Eins waren alle tief und stumm,
Und alle wußten drum.

Wie Zauberworte, nachgelallt
Und nicht begriffen in den Grund,
So geht es jetzt von Mund zu Mund.

Der tiefe Brunnen weiß es wohl;
In den gebückt, begriffs ein Mann,
Begriff es und verlor es dann.

Und redet' irr und sang ein Lied -
Auf dessen dunklen Spiegel bückt
Sich einst ein Kind und wird entrückt.

Und wächst und weiß nichts von sich selbst
Und wird ein Weib, das einer liebt
Und - wunderbar wie Liebe gibt!

Wie Liebe tiefe Kunde gibt! -
Da wird an Dinge, dumpf geahnt,
In ihren Küssen tief gemahnt...

In unsern Worten liegt es drin,
So tritt des Bettlers Fuß den Kies,
Der eines Edelsteins Verlies.

Der tiefe Brunnen weiß es wohl,
Einst aber wußten alle drum,

Nun zuckt im Kreis ein Traum herum.

 



Vorfrühling

Hugo von Hofmannsthal


Es läuft der Frühlingswind
durch kahle Alleen,
seltsame Dinge sind
in seinem Wehn.

Er hat sich gewiegt,
wo Weinen war,
und hat sich geschmiegt
in zerrüttetes Haar.

Er schüttelte nieder
Akazienblüten
und kühlte die Glieder,
die atmend glühten.

Lippen im Lachen
hat er berührt,
die weichen und wachen
Fluren durchspürt.

Er glitt durch die Flöte
als schluchzender Schrei,
an dämmernder Röte
flog er vorbei.


Er flog mit Schweigen

Hugo von Hofmannsthal

durch f1üsternde Zimmer
und löschte im Neigen
der Ampel Schimmer

Es läuft der Frühlingswind
durch kahle Alleen,
seltsame Dinge sind

in seinem Wehn.
Durch die glatten
kahlen Alleen

treibt sein Wehn
blasse Schatten
und den Duft,

den er gebracht,
von wo er gekommen
seit gestern nacht.


Dein Antlitz . . .

Hugo von Hofmannsthal


Dein Antlitz war mit Träumen ganz beladen.
Ich schwieg und sah dich an mit stummem Beben.
Wie stieg das auf! Daß ich mich einmal schon
In frühern Nächten völlig hingegeben
Dem Mond und dem zuviel geliebten Tal,
Wo auf den leeren Hängen auseinander
Die magern Bäume standen und dazwischen
Die niedern kleinen Nebelwolken gingen
Und durch die Stille hin die immer frischen
Und immer fremden silberweißen Wasser
Der Fluß hinrauschen ließ - wie stieg das auf !
Wie stieg das auf! Denn allen diesen Dingen
Und ihrer Schönheit - die unfruchtbar war -
Hingab ich mich in großer Sehnsucht ganz,
Wie jetzt für das Anschaun von deinem Haar
Und zwischen deinen Lidern diesen Glanz!


Der Jüngling in der Landschaft

Hugo von Hofmannsthal

Die Gärtner legten ihre Beete frei,
Und viele Bettler waren überall
Mit schwarzverbundnen Augen und mit Krücken
Doch auch mit Harfen und den neuen Blumen,
Dem starken Duft der schwachen Frühlingsblumen.
Die nackten Bäume ließen alles frei:
Man sah den Fluß hinab und sah den Markt,
Und viele Kinder spielen längs den Teichen.
Durch diese Landschaft ging er langsam hin
Und fühlte ihre Macht und wußte - daß
Auf ihn die Weltgeschicke sich bezogen.
Auf jene fremden Kinder ging er zu
Und war bereit, an unbekannter Schwelle
Ein neues Leben dienend hinzubringen.
Ihm fiel nicht ein, den Reichtum seiner Seele,
Die frühern Wege und Erinnerung
Verschlungner Finger und getauschter Seelen
Für mehr als nichtigen Besitz zu achten.
Der Duft der Blumen redet ihm nur
Von fremder Schönheit - und die neue Luft
Nahm er stillatmend ein, doch ohne Sehnsucht:
Nur daß er dienen durfte, freute ihn.


Ein Knabe stand ich

Hugo von Hofmannsthal


Ein Knabe stand ich so im Frühlingsglänzen
und meinte aufzuschweben in das All,
unendlich Sehnen über alle Grenzen
durchwehte mich in ahnungsvollem Schwall !
Und Wanderzeiten kamen, rauschumfangen !
Da leuchtete manchmal die ganze Welt,
und Rosen glühten, und die Glocken klangen
von fremdem Lichte jubelnd und erhellt:
Wie waren da lebendig alle Dinge
dem liebenden Erfassen nah gerückt,
wie fühlt' ich mich beseelt und tief entzückt,
ein lebend Glied im großen Lebensringe !
Da ahnte ich, durch mein Herz auch geleitet,
den Liebesstrom, der alle Herzen nährt,
und ein Genügen hielt mein Ich geweitet,
das heute kaum mir noch den Traum verklärt


Sonett der Welt

Hugo von Hofmannsthal


Unser Leiden, unsre Wonne
Spiegelt uns die Allnatur,
Ewig gilt es unsrer Spur,
Alles wird zum Gleichnisbronnen:
Erstes Grün der frischen Flur,
Mahnst an Neigung, zart begonnen,
Heißes Sengen reifer Sonnen,
Bist der Liebe Abglanz nur!
Schlingt sich um den Baum die Winde,
Denken wir an uns aufs neue,
Sehnen uns nach einer Treue,
Die uns fest und zärtlich binde ...
Und wir fühlen uns verwandt,
Wie wir unser Bild erkannt.


Der Kaiser von China spricht:

Hugo von Hofmannsthal

In der Mitte aller Dinge
Wohne Ich, der Sohn des Himmels.
Meine Frauen, meine Bäume,
Meine Tiere, meine Teiche
Schließt die erste Mauer ein.
Drunten liegen meine Ahnen:
Aufgebahrt mit ihren Waffen,
Ihre Kronen auf den Häuptern,
Wie es einem jeden ziemt,
Wohnen sie in den Gewölben.
Bis ins Herz der Welt hinunter
Dröhnt das Schreiten meiner Hoheit.
Stumm von meinen Rasenbänken,
Grünen Schemeln meiner Füße,
Gehen gleichgeteilte Ströme
Osten-, west- und süd- und nordwärts,
Meinen Garten zu bewässern,
Der die weite Erde ist.
Spiegeln hier die dunkeln Augen,
Bunten Schwingen meiner Tiere,
Spiegeln draußen bunte Städte,
Dunkle Mauern, dichte Wälder
Und Gesichter vieler Völker.
Meine Edlen, wie die Sterne,
Wohnen rings um mich, sie haben
Namen, die ich ihnen gab,
Namen nach der einen Stunde,
Da mir einer näher kam,
Frauen, die ich ihnen schenkte,
Und die Scharen ihrer Kinder;
Allen Edlen dieser Erde
Schuf ich Augen, Wuchs und Lippen,
Wie der Gärtner an den Blumen.
Aber zwischen äußern Mauern
Wohnen Völker, meine Krieger,
Völker, meine Ackerbauer.
Neue Mauern und dann wieder
Jene unterworfnen Völker,
Völker immer dumpfern Blutes,
Bis ans Meer, die letzte Mauer,
Die mein Reich und mich umgibt.


Terzinen  III

Hugo von Hofmannsthal

Wir sind aus solchem Zeug, wie das zu träumen,
Und Träume schlagen so die Augen auf
Wie kleine Kinder unter Kirschenbäumen,

Aus deren Krone den blassgoldnen Lauf
Der Vollmond anhebt durch die große Nacht.
...Nicht anders tauchen unsre Träume auf,

Sind da und leben wie ein Kind, das lacht,
Nicht minder groß im Auf- und Niederschweben
Als Vollmond, aus Baumkronen aufgewacht.

Das Innerste ist offen ihrem Weben;
Wie Geisterhände in versperrtem Raum
Sind sie in uns und haben immer Leben.

Und drei sind eins: ein Mensch, ein Ding, ein Traum.


»Zukunftsmusik«

Hugo von Hofmannsthal


Heiligen Mitleids rauschende Wellen,
Klingend an jegliches Herze sie schlagen;
Worte sind Formeln, die könnens nicht sagen,
Können nicht fassen die Geister, die hellen.

Frei sind die Seelen, zu jubeln, zu klagen,
Ahnungen dämmern und Kräfte erschwellen:
Töne den Tönen sich zaubrisch gesellen:
Gilt es dem Heute, den kommenden Tagen?

Wer will es deuten, – ein gärendes Wühlen,
Regellos göttlich, – wer will erlauschen
Heldenhaft höchstes und heißestes Fühlen,

Feuerlodern und Stromesrauschen ...?
Doch es beherrscht das Titanengetriebe
Bebende Ahnung erlösender Liebe.


Erfahrung

Hugo von Hofmannsthal


Ich kann so gut verstehen die ungetreuen Frauen,
So gut, mir ist, als könnt ich in ihre Seelen schauen.
Ich seh um ihre Stirnen die stumme Klage schweben,
Die Qual am langen, leeren, am lebenleeren Leben;

Ich seh in ihren Augen die Lust, sich aufzugeben,
Im Unergründlichen, Verbotenen zu beben,
Die Lust am Spiel, die Lust, das Letzte einzusetzen,
Die Lust am Sieg und Rausch, am Trügen und Verletzen.

Ich seh ihr Lächeln und die heimlichen, die Tränen,
Das rätselhafte Suchen, das ruhelose Sehnen.
Ich fühle, wie sies drängt zu törichten Entschlüssen,

Wie sie die Augen schließen, und wie sie quälen müssen;
Wie sie für jedes Morgen ein jedes Heut begraben,
Und wie sie nicht verstehen, wenn sie getötet haben


Mein Garten

Hugo von Hofmannsthal


Schön ist mein Garten mit den goldnen Bäumen,
Den Blättern, die mit Silbersäuseln zittern,
Dem Diamantentau, den Wappengittern,
Dem Klang des Gong, bei dem die Löwen träumen,
Die ehernen, und den Topasmäandern
Und der Volière, wo die Reiher blinken,
Die niemals aus dem Silberbrunnen trinken ...
So schön, ich sehn mich kaum nach jenem andern,
Dem andern Garten, wo ich früher war.
Ich weiß nicht wo ... Ich rieche nur den Tau,
Den Tau, der früh an meinen Haaren hing,
Den Duft der Erde weiß ich, feucht und lau,
Wenn ich die weichen Beeren suchen ging ...
In jenem Garten, wo ich früher war ...

Hugo von Hofmannsthal: Der Tor und der Tod
Een kort drama in verzen van een Duitse symbolistische auteur die leefde van 1874 tot 1929. Behalve als dichter is hij ook bekend als librettoschrijver van opera’s van Richard Strauss, o.a. Der Rosenkavalier en Die Frau ohne Schatten.
Claudio, een edelman van middelbare leeftijd denkt na over zijn leven en komt tot de vaststelling dat het een mislukking is geweest. Hij kijkt uit het raam, ziet het landschap en  denkt aan de landlieden voor wie het leven eenvoudig is, die verbonden zijn met de natuur.
Hij is de denker en piekeraar.

Sie können sich mit einfachen Worten,
Was nötig zum Weinen und Lachen, sagen.
Müssen nicht an sieben vernagelte Pforten
Mit blutigen Fingern Schlagen.

Hij stond nooit midden in het leven, was een toeschouwer die geen greep kreeg op het leven.

Ich hab mich so an Künstliches verloren,
Daß ich die Sonne sah aus toten Augen
Und nicht mehr hörte als durch tote Ohren.

Hofmannsthal was een vroegrijpe jongeman. Hij schreef dit werk op achttienjarige leeftijd. Hij was erg belezen en vertoefde in de Weense  kringen van symbolisten. Hun grote voorbeelden waren de Franse dichters Buadelaire, Mallarmé, de Belg Maeterlinck, enz. In die periode waren zij echter niet de enigen op het toneel. Er was ook een groep naturalistische schrijvers met onder andere Gerhart Hauptmann van wie rond die tijd het toneelstuk De Wevers werd opgevoerd. Die sociale bewogenheid ontbreekt bij Hofmannsthal volledig.

Maar laten we verder gaan met het verhaal. Plots hoort Claudio iemand op de viool spelen. Die muziek doet opnieuw leven in hem stromen. Hij herinnert zich de gevoelsrijkdom van zijn kinderjaren.

Wie waren da lebendig alle Dinge
Dem liebenden Erfassen nahgerückt,
Wie fühlt ich mich beseelt und tief entzückt,
Ein lebend Glied im großen Lebensringe!

 

Aanvankelijk denkt hij dat een bedelmuzikant de muziek speelt:

 

Der diese Wunderwelt unwissend hergesandt,
Er hebt wohl jetzt nach Kupfergeld die Kappe,
Ein abendlicher Bettelmusikant.

Maar het is geen bedelmuzikant, het is de Dood die op de viool speelt. Inspiratie hiervoor vond de auteur waarschijnlijk in het zelfportret van Böcklin uit 1872.

Boutens-Hofmannsthal
Bocklin zelfportret 1872

 

De dood zegt dat hij niet dat verschrikkelijke wezen is. Integendeel, hij was het die de ziel van Claudio vroeger steeds in beroering bracht. Hij zorgde voor de mooie momenten. Maar toch, als Claudio vraagt:

Doch wozu bist du eigentlich gekommen ?
Antwoordt de dood:
Mein Kommen, Freund, hat stets nur einen Sinn !

Claudio wil echter nog niet doodgaan. Hij realiseert zich dat hij nog niet echt heeft geleefd. Hierbij vallen me de regels van Achterberg in uit het eerste gedicht van de bundel Zestien:

Ik heb nog niet geleefd
dan enkel maar om dood te gaan.

De dood laat dan enkele overledenen verschijnen: zijn moeder, een jonge vrouw en een vriend. Geen van allen heeft Claudio destijds liefde geschonken. Hij nam maar gaf niets in de plaats. Zo spreekt zijn geliefde over vroeger:

Alles das ist hin,
Gestorben, was daran lebendig war!
Und liegt in unsrer Liebe kleinen Grab.

In de laatste monoloog blikt Claudio terug op zijn mislukte leven. Hij komt terug op het vioolspel, en hierin horen we een vroege Freud aan het woord (Die Traumdeutung is van 1900).

Warum erklingt uns nicht dein Geigenspel,
Aufwühlend die verborgne Geisterwelt,
Die unser Busen heimlich hält,
Verschüttet, dem Bewußtsein so verschwiegen,
Wie Blumen im Geröll verschüttet liegen ?

Nu, op het moment dat hij gaat sterven, ervaart hij voor het eerst de volheid van het leven:

Erst, da ich sterbe, spür ich, daß ich bin.
In eine Stunde kannst du Leben pressen,
Mehr als das ganze Leben konnte halten,
Das Schattenhafte will ich ganz vergessen
Uns weih mich deinen Wundern und Gewalten.

Het laatste woord komt van de dood, die de mensen niet begrijpt:

Wie wundervoll sind diese Wesen,
Die, was nicht deutbar, dennoch deuten,
Was nie geschrieben wurde, lesen,
Verworrenes beherrschend binden
Und wege noch im Ewig-Dunkeln finden.

Boutens-Hofmannsthal
 Hugo von Hofmannsthal 1 februari 1874 – 15 juli 1929 Hier met componist Richard Strauss R